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12. Januar 2011: Abenteuer Busfahrt
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:57 Uhr

Busfahrt Phonsavan - Vientiane 360 km, soll 9 h dauern

Um 05:30 Uhr stehen wir auf und machen uns fertig. Meine Sachen habe ich in so einem „Türkenkoffer“ gepackt, den ich auf dem Markt erstanden habe. Heute frühstücken wir mal nicht. Unser Tuck Tuck ist überpünktlich da. Die Räder kommen auf das Dach und werden festgebunden. Am Busbahnhof müssen wir nicht lange warten und unser Local-Bus kommt schon. Die Räder werden wieder auf das Dach gehoben und mehrfach festgebunden. Bei der kurvenreichen Strecke, ist es wirklich wichtig, dass alles sehr fest gebunden wird. Aber die Leute haben Erfahrung. Als ob wir es geahnt hätten, nehmen wir die Plätze ganz hinten im Bus ein. Der Bus fährt pünktlich um 7:00 Uhr ab. Doch nach wenigen Metern warten wir 45 Minuten auf Leute, die nicht pünktlich erscheinen konnten. Ist hier alles total normal. In den Dörfern nehmen wir immer mehr einfache Bauern auf und der Bus füllt sich. Jeder Sitzplatz ist ausgefüllt. Die Angestellten verteilen Tüten. Wahrscheinlich für den Müll und so. Als die ersten Serpentinen befahren werden, wissen wir nun, wofür die Tüten sind.

 Überall wird aus Herzenslust ...verzeiht mir den Begriff...gekotzt. Die Tüten fliegen gleich aus dem Fenster. Wir amüsieren uns köstlich über die magenschwachen Kameraden. Auch als alle Plätze ausgefüllt sind, werden immer mehr Passagiere aufgenommen. Die sitzen nun auf Plastikhockern und Reissäcken  im Gang. Das kann man sich gar nicht vorstellen, man muss es gesehen haben.

Ab und an kann ich etwas schlafen. Der Geruch im Bus ist nicht angenehm. Wer niesen muss, macht es einfach nach vorne, dem Vordermann auf dem Kopf. Deswegen ganz wichtig, immer ganz hinten sitzen! Für die Räder mussten wir gar nichts nachlöhnen So kostet uns die lustige Fahrt nur 14,- €. Für diesen Spaß bezahlt man doch gerne.

Pünktlich, mit nur 2 Stunden Verspätung kommen wir in Vientiane an. Es ist schon dunkel und der Busbahnhof liegt im Norden der Stadt. Wir beschließen, uns einen Transport zu nehmen. Normalerweise sind die Menschen hier ganz ruhig. Hier herrscht aber richtige Hektik. Die Fahrer wollen unsere Räder doch tatsächlich auf so einen Kofferberg festschnallen. Dagegen protestieren wir aber und wir bekommen so einen Mini-LKW (Sontheo) und werden direkt zum Guesthouse transportiert, wo wir vor einigen Tagen schon nächtigten. Ein Zimmer gib es auch noch.

Jule ruft Marko an (beiden haben eine  Prepaid-Card für Laos). Sie berichtet, dass Lisa gestern bergab, auf regennasser Strasse, die Kontrolle über ihr Fahrrad verloren hat und ist schwer gestürzt ist. Die erste Diagnose lautet: Gehirnerschütterung. Da die medizinische Versorgung in Laos nicht so optimal ist, hat sie einen Flug nach Bangkok gebucht, wo sie bessere medizinische Betreuung erwarten kann. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes.  Jule wird mit dem Nachtbus nach Vientiane kommen, wo sie am frühen Morgen eintreffen wird.

Morgen werden wir beratschlagen, wie es weiter geht. Wir machen hier einen Tag Ruhe, um mal unserer Sachen und unsere Räder auf Vordermann zu bringen.


 
11. Januar 2011: Regen und Kälte im Hochland
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:56 Uhr

8. Etappe: Phon Khoun –  Phonsavan; Tages-Km:  47; Zeit: 2:56 h; Durchschnitt: 17,49 km/h; Gesamt: 773 km

In der Nacht fängt es zu regnen an und es wird immer heftiger. Na toll, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Hoffentlich hört es auf, denn außer einer Regenjacke, habe ich keine Regenklamotten dabei. Gegen 7:00 Uhr stehe ich auf und putze im Freien meine Zähne. Marco wird auch wach und sieht auch nicht so glücklich aus. Es ist kalt und es regnet. So haben wir uns die Radtour nicht vorgestellt. Schnell  alles zusammenpacken und los geht es, zu dem Lokal von gestern Abend. Wir starten heute wieder mit einer  Nudelsuppe. Immerhin weiß die Frau gleich, was wir wollen. Draußen hört es einfach nicht auf zu regnen. Der Wind macht die Situation auch nicht gerade erträglicher. Kalt weht es in das Lokal hinein. Ich trage heute Sandalen und Strümpfe. Um die Sandalen habe ich Plastiktüten geklebt. Einen billigen Regenponcho habe ich auch noch. Ich sehe zwar aus, wie eine bunte Kuh, doch es erfüllt den Zweck. Die 50 km bis Phonsavan gehen bergauf und -ab. Der Regen hört zwar auf, aber es wird immer kühler und der Wind bläst uns kalt entgegen. Auf dem Plateau wachsen keine Palmen mehr, dafür erstaunlicherweise ein paar Kiefern. Gegen Mittag erreichen wir Phonsavan. Die Stadt ist eine Verwaltungshauptstadt im Norden Laos. Hier gibt es viele Unterkünfte. Wir suchen nach einem warmen Zimmer. Doch Fehlanzeige, also suchen wir nur noch ein Zimmer, wo es  eine Dusche mit warmen Wasser und einem Sitzklo gibt. Wir werden findig und obwohl es hier kalt ist, kommt es uns wie Luxus vor. Mit dem Besitzer der müssen wir einen Begrüßungsschnaps trinken. In der Schnapsflasche sind außer dem Schnaps noch Baumrinde oder so was ähnliches und es schmeckt stark, fast wie Whisky. Da unser Geld langsam aufgebraucht ist, holen wir als erstes Geld von der Bank. Dick angezogen schlendern wir durch die Stadt. Wir beschließen, die nächsten Tage nicht weiter durch die Berge zu fahren. Auch die Einheimischen raten davon ab, die unbefestigten Wege bis nach Pakxan (fast 200 km) zu fahren. Angesichts der Kälte und dass wir immer noch keine Wäsche waschen können, buchen wir also Bustickets nach Vientiane. Morgen früh um 07:00 Uhr soll uns ein Tuck-Tuckfahrer abholen und zum Busbahnhof bringen. Der lokale Bus soll  für die fast 350 km 9 Stunden benötigen. Die Fahrt kostet ein halbes Vermögen, ca. 20 Euro mit Abholservice, Transport der Räder und einem Lunch auf halber Strecke.

Mal sehen, wie sie die Räder auf dem Dach befestigen. Ich habe aber keine Angst, denn auf den Bussen transportieren sie sonst auch Motorroller und andere große Gepäckstücke. In einem noblen Cafe trinken wir leckeren Kaffee und genießen Muffins und Kuchen. 

Nach dem Internetcafe gehen wir noch in dem Lokal "Crater" essen. An jeder Ecke sieht man hier die Bomben und Granaten als Mahnmal oder auch Dekoration. Diese haben die „Helden“ aus den USA während dem Vietnamkrieg abgeworfen. Lange wurde es von den Amerikanern dementiert, dass sie auch Laos heftig bombardiert haben.  Noch heute sind viele Gebiete hier im Hochland gesperrt und es gibt jährlich viele Unfälle mit Toten und Verletzten. 

Also hier im Crater tummeln sich viele  die Touristen. Das Lokal hat eine Tür, die geschlossen werden kann. Bei den Außentemperaturen von unter 10 Grad schon echt wichtig. Anstatt Bier gibt es erst mal heiße Schokolade. Ich bin immer noch total durchgefroren. Die Pizza hat nicht viel mit einer Pizza zu tun. Weder geschmacklich, noch von der Größe. Ach, wie hatte ich mich doch darauf gefreut. Wir quatschen noch mit einem Schweizer Ehepaar, die als Backpacker unterwegs sind. In unserem Guesthouse machen wir noch die Räder transportfertig (Pedale ab und Lenker querstellen). Gegen 22:30 Uhr liege ich endlich im warmen Bett. Richtig mit Bettwäsche und so.


 
10. Januar 2011: Hüttenromantik am See
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:54 Uhr

7. Etappe: Phon Khoun – Nong Tang; Tages-Km:  91; Zeit: 5:54 h; Durchschnitt: 15,97 km/h; Gesamt: 721 km

Heute bin ich recht gut ausgeschlafen. Draußen ist es um 06:30 Uhr schon richtig laut. Es herrscht dicker Nebel und es ist ungemütlich kalt. 

Nach dem Packen verabschieden wir uns von Lisa und Jule. Noch eine Nudelsuppe als Frühstück, muss wohl als Grundlage für den Tag reichen.

Zwei Radfahrer berichten uns, dass die Strecke auch sehr bergig ist und dass Phonsavan 130 km entfernt ist. Nach ca. 90 km soll es aber ein Guesthouse geben. Wir beschließen bis nach Nong Tang zu fahren. Die Nebelfahrt macht nicht wirklich Spaß. Die Anstiege sind heftig steil, aber nicht so schlimm, wie den Tag zuvor. Die Dörfer sind an Einfachheit nicht mehr zu Toppen. Die Menschen sind freundlich, aber recht armselig gekleidet. Nun gut, wir sehen auch nicht besser aus. Nach etlichen Kilometern haben wir den Nebeldunst hinter uns und es zeigt sich wieder die Sonne. Die Sonne verleitet uns wieder kurzärmelig zu fahren. Gegen 15:30 Uhr erreichen wir Nong Tang. Ein etwas gepflegteres Dorf an einem braunem See. Das Guesthouse besteht aus mehreren winzigen, einfachen Holzhütten, ohne Fenster, direkt am See. Ist das nicht Romantik? Drinnen steht nur ein Bett und hinter eine Holztür befindet sich ein Loch und ein Wassereimer. Das ist wohl unser WC. Ich habe mich mittlerweile an die einfachen WC's gewöhnt. Für die Verhältnisse ist es recht sauber. Besser als das Guesthouse in Phon Khoun. Wir nehmen jeder eine Hütte für jew. 5,- Euro (500000 Kip). Duschen können wir draußen, an einem Wasserhahn. Also kippe ich mehrere Schöpflöffel mit kaltem Wasser über mich. Auch daran gewöhnt man sich. Ach, wie freue ich mich auf eine warme Dusche und ein Sitzklo.

Im Ort finden wir ein Restaurant, wo wir leckere Nudelsuppe essen. Die sättigt ungemein. Auf der Terrasse halten wir es nicht lange aus, es wird empfindlich kühl und wir gehen schon um 21:00 Uhr schlafen.

 
09. Januar 2011: Berge bis zum Himmel
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:52 Uhr

6. Etappe: Vang Vieng - Phon Khoun; Tages-Km:  108; Zeit: 7:12 h; Durchschnitt: 15 km/h; Gesamt: 627 km; Höhe 1400 m

Ich bin froh, dass ich diese so viel gepriesene Backpacker-Station mit den vielen lauten und betrunkenen Touristen verlassen kann. Lisa und Jule wollen heute ein Teilstück mit dem Bus fahren, denn das Profil bis nach Phon Khoun verspricht Anstiege ohne Ende. Marco und ich wollen mal probieren, ob wir die Anstiege schaffen und wir radeln schon um 08:00 Uhr los. Die Frauen starten etwas später. Mit Marco ist das radeln sehr relaxt. Wir machen mal eine Fotopause oder auch mal einen Stopp, um eine Cola zu trinken bzw. Kekse zu essen. So sind die Pausen nicht zu lange und wir kommen mit einem geringeren Durchschnittstempo schneller an unser Ziel.

Die 60 km bis Kasi waren nur hügelig  und nicht so anstrengend. Gegen Mittag sind wir dort und die Frauen haben uns auch eingeholt. Hier trennen sich wieder unserer Wege, da die Frauen eine längerer Mittagspause machen und später einen Transporter nutzen wollen. 

Kurz nach Kasi beginnt ein 20 km langer Anstieg in die Berge. Die Strassen sind kurvenreich und schlängeln sich an den Bergen herauf. Das Tempo beträgt z.T. nicht mehr als 6 km/h. Hinzu kommt noch die Wärme und wir verbrauchen viel Wasser. Es werden immer weniger Dörfer und die Versorgungslage wird allmählich schwierig. Das heißt also viel Getränke und Verpflegung bunkern, was sich natürlich wieder am Gewicht bemerkbar macht. Ab und an gibt es ordentliche Abfahrten, die wir mit 50 - 60 km/h herunterdüsen. Kurz vor unserem Ziel müssen wir uns weitere 10 km hoch quälen. Wir sind mittlerweile 1400 m hoch. Kurz vor der Dunkelheit um 18:00 Uhr erreichen wir die Straßenkreuzung in Phon Khoun, was auch die eigentliche Ortschaft ist. Hier ist alle sehr einfach. Es ist recht kühl, dreckig und laut. Viele Unterkünfte gibt es nicht und so kommen wir in einem sehr einfachen, dreckigen Guesthouse unter. Die winzigen Zimmer kosten 5,- Euro. Die Toilette zgl. Dusche ist am anderen Ende des Ganges. Eigentlich ist die Toilette nur ein Loch und die Dusche sind Wasserfässer mit einem Schöpflöffel. Natürlich nur kaltes Wasser. Augen zu und durch, ich überschütte mich mit dem kalten Wasser und bin somit sauber. Wäsche waschen fällt heute aus. Lisa und Jule kommen auch wenig später an. Sie wurden hochgefahren. In einem Restaurant (alles offen) zieht es und wir essen eine Nudelsuppe, dann  noch ein Reisgericht und so sind die Kohlenhydratspeicher wieder aufgefüllt. Wir verabreden die kommenden Tage. Lisa und Jule wollen nach Luang Prabang, welches noch 140 km weiter nördlich liegt. Notfalls wollen sie wieder diverse Transportmöglichkeiten nutzen. Marco und ich wollen weiter in den Bergen fahren und wir suchen uns eine Strecke nach Phonsavan aus. Keine Ahnung, was uns auf dieser Strecke erwartet. Die Temperaturen sind schon empfindlich kühl, um die 12 Grad.

Heute gehen wir bei Zeiten schlafen. Der Tag war doch ganz schön anstrengend.


 
08. Januar 2011: Ballermannfeeling in Laos
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:51 Uhr

5. Etappe: Ban Keun-Vang Vieng; Tages-Km:  133; Zeit: 6:23h; Durchschnitt: 20,85 km/h; Gesamt: 518

Heute geht es mal um 08:00 Uhr los. Mit 22 Grad kommt es uns schon verdammt kühl vor.

Bald bekommen wir einen ersten Vorgeschmack, wie hier die Berge sind und wir kommen endlich mal ins Schwitzen berghoch. Doch das ist wohl eine Kleinigkeit, im Verhältnis, was uns in den nächsten Tagen erwartet.

Für unsere Pausen suchen wir uns immer in einem Dorf einen Shop aus, wo wir sitzen können und mit der Familie herumalbern können.

Kaufen wir uns eine Melone oder sonst eine Frucht, schneiden sie uns diese fachgerecht auf. Was gibt es schöneres.

Nach 80 km kommt plötzlich Marco, wie aus dem Nichts, angeradelt. Er sagt, dass er heute von Vientiane durchgeradelt sei. Dies ist jedoch eine andere, kürzere Strecke, auf Asphalt. Doch die vielen Kilometer und der stressige  Verkehr hatten es bestimmt in sich. Wahnsinn!! Es ist beruhigend, dass es ihm wieder besser geht. Doch was er hatte, weiß er nicht. Er ist nicht noch mal zum Arzt gegangen, weil die Probleme weg waren.

Um 17:00 Uhr erreichen wir Vang Vieng und suchen uns eine Unterkunft. Hier ist es sehr touristisch. Hat schon was von Ballermannfeeling. Jugendliche laufen grölend mit Bierbüchsen durch die Straßen, an den Ecken werden Drogen angeboten und aus allen Ecken dröhnt laute Musik. Ich bin froh, wenn ich morgen wieder weg bin


 
07. Januar 2011: Der Alptraum und die Traumhochzeit
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:49 Uhr

4. Etappe: Vientiane- Ban Keun; Tages-Km: 60

In der Nacht war an Schlaf kaum zu denken. Marco hatte wohl Durchfall und rannte immer auf's Klo. Ich bin dann doch mal eingeschlafen (vielleicht 3 h) und werde um 06:30 Uhr von Marco geweckt. Er erzählt mir, dass er im Krankenhaus war. Ich dachte, es wäre ein Traum und frage immer nach: "Was, du warst im Krankenhaus oder willst du dorthin?"

Es war aber kein Traum. Marco sein Magen rebellierte und der Weg zu einem Arzt war notwendig. Er erzählte, dass er im Krankhaus  abgehorcht wurde, der Blutdruck wurde gemessen, der Bauch abgetastet und schon war eine Wald- und Wiesendiagnose parat. Man sagte ihm, er hätte eine Entzündung und müsste unzählige Tabletten schlucken. Die er aus der Apotheke holte. Übrigens konnten die Ärzte kaum Englisch. Nun war Marco richtig beunruhigt und beschloss erst mal in Deutschland anzurufen, um zu erfahren, was für Chemie er bekommen hat. Weiterhin wollte er erst mal für ein paar Tage in Vientiane bleiben und sich notfalls in Thailand behandeln lassen (dort gibt es bessere Ärzte). Nachdem heute jeder für sich Frühstück organisiert hat (geht schneller), sind Lisa, Jule und ich um 09:45 Uhr aufgebrochen. Eigentlich auch wieder ziemlich spät, aber für geplante 90 km "ausreichend".

Der Weg raus aus dieser Stadt ist nicht einfach zu finden, weil es keine ordentliche Ausschilderung gibt.

Jule hat ein Problem mit ihrem Rad, es knackt. Ich mache also eine Runde damit und kann ausschließen, dass es das Tretlager ist.

Jule kommt mit meinem Rad nach und hat vergessen den Spannriemen abzumachen, den ich immer in die Speichen meines Vorderrades hänge, wenn ich anhalte,  damit der Lenker nicht herumschlägt.

Toll! Zum Glück war keine Speiche gebrochen. Jetzt muss ich den verleierten Gurt aus meinem Vorderrad herauslösen. Nachdem es erledigt ist, sind wir noch ein Stück gefahren, dann war Jule's Rad nicht mehr zu bewegen. In einer Mopedwerkstatt gibt es das richtige Werkzeug und einen behilflichen Monteur. Nach 30 Minuten ist wieder alles in Ordnung und die Tour kann weiter gehen. Wir sind ja erst 12 km gefahren.

Aus Vietiane raus wird es ruhiger und die Dörfer werden immer schöner. Die Menschen sind noch freundlicher, als in Thailand, man hält es kaum für möglich. Irgendwann ist die Asphaltstraße zu Ende und es geht weiter auf unbefestigten Lehmpisten. Mit einer Fähre aus Bambus setzen wir über einen Fluss. Die Landschaft ist traumhaft schön. Die Menschen rufen ständig Sawaidee und winken. Vor allem die vielen Kinder. An jeder Straßenkreuzung müssen wir uns durchfragen und bekommen z.T. verwirrende Auskünfte. Aber wir kommen doch an unser Ziel, in Ban Keun an. Jetzt gibt es auch wieder eine Asphaltstrasse.

Auf Grund des enormen Zeitverzuges, es ist schon 15:30 Uhr, bleiben wir nach 60 km hier in Ban Keun.  Unser eigentliches Ziel, der größte Süßwassersee von Laos, ist noch 30 km entfernt und die Strassen dorthin sollen auch nicht die besten sein.

Das einzige Guesthouse ist einfach, aber schön. Die Frauen wollen auf dem Markt und ich putze mein Rad, wasche meine Sachen und fahre dann  durch den Ort auf der Suche nach was Essbaren. Touristen scheint es hier nicht zu geben und entsprechend ist die Verständigung. Aber irgendwie bekomme ich ein tolles laotisches Gericht (Suppe, Reis mit Schweinefleisch und Gemüse). Es schmeckt wirklich lecker. Danach werde ich noch von einer Familie eingeladen, die dort auch essen. Viel brauchte ich aber nicht mehr. Es ist aber interessant, wie hier gespeist wird (mit Fingern und Stäbchen). Die Kinder haben wohl noch niemals einen Falang (Langnase) gesehen und schauen mich unentwegt an. Als ich nach dem Essen in der Unterkunft zurück bin, ist dort eine Hochzeitsfeier. Mein Traum, von einer Einladung zu einer exotischen Hochzeitsfeier geht in Erfüllung. Jule kommt auch mit. Wir bekommen erklärt, dass dieses Fest, einen Tag vor der eigentlichen Vermählung stattfindet. Es gibt reichlich zu essen (Fleisch, Fisch und Klebereis). Ich bekomme eine Einweisung in die Handhabung von Stäbchen und trinke mit den Männern Bier. Die trinken es mit Eiswürfeln, welch eine Verunreinigung. Ich kann gar nicht alles aufschreiben, das würde den Rahmen sprengen. Gegen 23:00 Uhr verabschieden wir uns höflich und ich kann endlich ordentlich ausschlafen.


 
06. Januar 2011: Good Buye Thailand! Welcome in Lao
Mittwoch, den 23. Februar 2011 um 14:48 Uhr

3. Etappe: Ban Phu - Vientiane (Laos); Tages-Km: 82; Durchschnitt: 20,3 km/h; Gesamt: 320 km

Heute gönnen wir uns mal einen Ausschlaftag und so sind wir erst um 09:00 Uhr aufgestanden. Als ich  mein Ohropax rausziehe, höre ich ohrenbetäubende, laute Musik vom Markt, unterhalb unseres Fensters. Na was gibt es schöneres am frühen Morgen. Dann geht  es wieder auf die Suchen nach etwas zu Essen. Das ist gar nicht so einfach mit 4 Leuten und man vergeudet viel kostbare Zeit. Heute gibt es zum Frühstück Reis, Ei und Gemüse, dazu noch Eiscafe aus der Büchse und so sind wir gut gestärkt.

Ziemlich spät, kurz vor Mittag geht es dann auch endlich los und wir fahren nach Norden zum Mekong, nach Tha Bo. Von dort fahren wir weiter nach Osten, direkt am Mekong entlang. Hier ist die Landschaft wieder ganz anders. Die Häuser sieht man fast gar nicht, so viele Palmen, Bananenstauden und anderes Grünzeug  verdecken diese. Wir machen Wettfahrten mit überladenen Motorrädern und grüßen fein links und rechts. Nach ca. 60 Kilometern erreichen wir die Freundschaftsbrücke …., welches ein Grenzübergang zwischen Thailand und Laos ist. Die Kontrolle ist nicht sonderlich interessant und geht recht zügig vonstatten. Jetzt haben wir also Thailand verlassen, das Land mit den vielen lächelnden und freundlichen Menschen. Wir sind also gespannt, wie es hier in Laos wird.

Die fast 20 km bis in die Innenstadt von Vientiane sind staubig, laut und anstrengend. Schön ist etwas anderes. Im Stadtzentrum machten wir eine Pause und wollen uns danach auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Es sei nämlich erwähnt, dass wir heute 82 km ohne großen Essorgien durchfahren konnten. Hier und da etwas Banane, Kekse und viel Wasser bzw. Cola, das kann auch reichen. Immerhin haben wir heute Morgen auch lange getrödelt.

Wie es der Zufall so will, ist unser Restaurant, wo wir sitzen, auch ein Hotel und die Zimmer, für jew. 12,- €, gefallen uns.

Ein Tuck-Tuck bringt uns ins Zentrum, wo wir uns die Zeit mit  Touristen beobachten, essen, einkaufen und  Geld ziehen vertreiben. Die Stadt ist nicht gerade reizvoll und interessant, wie man es sich für eine Hauptstadt Vorstellt. So kommen wir heute dazu, zeitig schlafen zu gehen.



 
05. Januar 2011: Hotel „Zum Marktplatz“
Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 11:42 Uhr

2. Etappe: Non Sang- Ban Phu; Tages-Km: 128; Durchschnitt: 21,49 km/h; Zeit: 5:57 h

Heute stehen wir um  07:30 Uhr auf.  Es sollen heute mehr als 100 km werden. 

Nachdem alles verpackt ist, frühstücken wir wieder in dem edlen Restaurant vom Abend.  

Hier bekommen wir heißes Wasser für unser Kaffeepulver und die gleichen Gerichte, wie am Vorabend. Man hat sich also an uns erinnert und sie wissen noch, was wir gegessen haben.

Es ist eben nur eine Kopfsache, gleich am Morgen mit Suppe zu starten, als mit Brötchen und Marmelade. Nach der Stärkung fahren wir bei angenehmen 25 ° C in Richtung Norden. 

Die Dörfer sind einfach, aber hübsch. Die Menschen winken uns zu und wollen bei jeder Gelegenheit wissen, woher wir kommen und wohin wir fahren.

Irgendwann haben wir 75 km weg und es ist schon 15:00 Uhr, also nur noch 3 Stunden bis zur Dunkelheit. Wir haben noch mehr ca. 50 km vor uns. Jetzt gibt es nur noch zwei Möglichkeiten, entweder die 50 Kilometer ohne Pausen herunterspulen oder die Dunkelheit in Kauf nehmen. 

Wir haben uns für die erste Option entschieden und fahren durch die ländliche Gegend bis nach Ban Phu. Die restlichen Kilometer haben wir in 2 Stunden geschafft und es war noch hell. 

Ban Phu ist eine kleinere Stadt ca. 40 km von der Grenze zu Laos entfernt. Heute haben wir 128 km auf unserem Tacho stehen.

Auch hier gibt es keine Touristen und entsprechend wenig Unterkünfte. Also fragen wir in einem Shop nach einem Hotel (Bilder zum Zeigen überwinden alle Sprachschwierigkeiten). Die Tochter kann einige Brocken Englisch und sagt, dass sie mit ihrem Motorroller vorne weg fährt und uns ein Hotel zeigt. Wir sind von dieser selbstverständlichen Hilfsbereitschaft wieder mal überrascht. Na dann mal hinterher. Einige Straßen weiter fährt sie auf einen belebten, überdachten Markt, wo es alles gibt, was der Thailänder isst. Es riecht nach rohem Fleisch, Gewürzen und Abfall. Mitten auf dem Markt gibt es tatsächlich ein Hotel. 

Das Doppelzimmer kostet dort ca. 4,50 € pro Nase. Die Zimmer und vor allem das Bad sind größer und besser, als in dem gestrigen Hotel. Und wir haben auch einen Balkon, mit Blick auf den Markt. Die Räder dürfen wir in das Zimmer nehmen. 

Für uns ist es schon Luxus, da wir nicht mit einer vergleichbaren Unterkunft gerechnet haben.

Als wir geduscht haben, wollen wir noch schnell über den Markt schlendern, bevor alles abgebaut wird und dann erst essen gehen.

Der Markt ist super, aber auch gewöhnungsbedürftig. Dort liegen gehäutete, aufgeschnittene Ratten. Das schönste ist aber ein Stand, mit gerösteten Krabbel- und anderen Insekten. 

Als uns die Leute bemerken, wollen sie unbedingt sehen, wie wir Europäer auf diese Köstlichkeiten reagieren. Sie halten uns Löffel mit diesen gerösteten, nicht so lecker aussehenden Kleintieren hin. Es kommen immer mehr Schaulustige hinzu. Was soll’s, wir wollen nicht unser Gesicht verlieren, überwinden den Ekel und probieren zunächst eine geröstete, dicke Raupe. Was soll ich sagen, es schmeckt. Dann gibt es noch knusprig, gebratene Grillen. Die sind sogar noch leckerer. Kann ich mir sogar gut als Ersatz von Chips, vor dem Fernseher vorstellen.

Nach dieser kleinen Stärkung und vielen lachenden Thais,  sind wir auf die Suche nach einer Garküche gegangen.

Dieses Mal half uns niemand mit englischen Sprachkenntnissen. Das Zeigen auf die Zutaten und ein Wörterbuch „Thai“ bringen die fleißigen Köche dazu, uns ein Essen zu zaubern. Das Essen und ein Getränk kosten pro Nase 2,-€.

Nach dem Internetcafe gehen wir  schnurstracks zu unserem Hotel mit Marktanschluss. Wir sind schon richtig müde. Doch vor dem Eingang zum Markt hören wir laute, dröhnende Musik und talentlose Sänger, die in dieser Karaoke-Bar entdeckt werden wollen. Also beschließen wir später schlafen zu gehen und machen noch einen Stopp in dieser Bar. 

Ich weiß gar nicht, ob sie uns für Dieter Bohlen und Co. hielten oder ob wir nur zu komisch aussehen, auf jeden Fall fangen die Teenis alle an zu jubeln, als wir den Saal betreten. 

Es war unglaublich lustig, diesen jungen "Künstlern" zuzuhören. Doch es war kein richtiges Talent dabei.

Auf jeden Fall ist der Spaß zu schnell vorbei und wir wollen auch schon gehen. Eine Kellnerin, sie spricht Englisch unterhält sich mit uns. Am Ende bekommen wir geröstete Grillen und komisch aussehende, schwarze Eier serviert. Was soll’s, wird schon genießbar sein und ich koste alles ganz tapfer. Es schmeckt auch sehr gut und ich lebe noch.

Irgendwann treten wir doch den Rückweg an und wir kommen zu unserer wohlverdienten Nachtruhe.

 
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